
Fleisch perfekt anbraten: Meine Erfahrungen mit der unbeschichteten WMF Profi Bratpfanne (28 cm)
Die WMF Profi Bratpfanne aus Edelstahl im Praxistest
Wer kennt es nicht? Man steht in der Küche, möchte ein saftiges Steak oder krosse Bratkartoffeln zubereiten, und am Ende klebt die Hälfte am Pfannenboden fest. Nach einigen Enttäuschungen mit beschichteten Pfannen, die nach einiger Zeit ihre Wirkung verlieren, habe ich den Schritt gewagt und mir einen echten Klassiker zugelegt: die WMF Profi Bratpfanne 28 cm aus unbeschichtetem Cromargan-Edelstahl.
Nach mehreren Monaten im regelmäßigen Einsatz auf meinem Induktionsherd möchte ich heute meine persönlichen Erfahrungen mit euch teilen. Spoiler vorweg: Sie erfordert etwas Umgewöhnung, aber ich möchte sie in meiner Küche inzwischen nicht mehr missen.
Der erste Eindruck & die Fakten
Die Pfanne kommt in der klassischen, schweren WMF-Qualität daher. Cromargan Edelstahl 18/10 sieht edel aus und fühlt sich sehr robust an. Das höhere Gewicht ist einerseits ein Zeichen für Stabilität, andererseits muss man sich im Alltag daran gewöhnen. Wer eine sehr leichte Pfanne gewohnt ist, wird den Unterschied vermutlich bemerken.
• Produkt: WMF Profi Bratpfanne unbeschichtet (28 cm)
• Material: Cromargan Edelstahl 18/10 (rostfrei, säurefest, geschmacksneutral)
• Boden: TransTherm-Allherdboden (für alle Herdarten inkl. Induktion)
• Besonderheit: Backofenfest (inkl. Edelstahlgriff) & spülmaschinengeeignet
• Einsatz: Kräftiges Anbraten, hohe Hitzebeständigkeit, Röstaromen
• Pluspunkt: Unempfindlich gegen Metall-Küchenhelfer (keine Beschichtung)
Für vier große Steaks kann es in einer 28-cm-Pfanne allerdings schon etwas eng werden. Für kleinere Portionen, Bratkartoffeln oder Geschnetzeltes reicht die Größe meiner Erfahrung nach gut aus.
Kochen mit Edelstahl: Die richtige Technik ist alles!
Wenn man von einer beschichteten Pfanne kommt, ist die erste Benutzung einer unbeschichteten Edelstahlpfanne oft ein kleiner Schock. Ohne Beschichtung reagiert die Pfanne direkt auf die Hitze. Wer mit voller Temperatur arbeitet und das Fleisch sofort bewegen möchte, erntet schnell Frust.
Ich habe deshalb relativ schnell gelernt: Geduld ist beim Braten mit Edelstahl besonders wichtig.
- Die Pfanne erhitzen: Zuerst erwärme ich die Pfanne ohne Öl auf mittlerer bis hoher Stufe. Sie braucht auf meinem Induktionsherd etwas Zeit, bis sie gleichmäßig heiß ist.
- Der Wassertropfen-Test: Wenn ein Tropfen Wasser in kleinen Perlen über den Pfannenboden gleitet, ist die Pfanne in der Regel heiß genug zum Anbraten. Das ist für mich allerdings nur eine grobe Orientierung, keine exakt messbare Temperatur.
- Öl und Bratgut hineingeben: Jetzt gebe ich etwas hitzebeständiges Öl, zum Beispiel Butterschmalz oder Erdnussöl, und anschließend das gut abgetrocknete Fleisch in die Pfanne.
- Nicht sofort bewegen: Das Fleisch klebt im ersten Moment oft etwas fest. Das ist nicht automatisch ein Fehler. Sobald sich eine Kruste gebildet hat, lässt es sich meistens deutlich leichter wenden. Wenn es noch stark haftet, warte ich lieber etwas länger, statt daran zu reißen.
Gerade am Anfang kann dabei natürlich auch einmal etwas stärker ansetzen. Mit der Zeit bekommt man aber ein besseres Gefühl für die richtige Temperatur und die passende Fettmenge.
Meine Highlights im Alltag
- Kräftige Röstaromen: Im Vergleich zu meinen bisherigen beschichteten Pfannen bekomme ich mit der Edelstahlpfanne deutlich kräftigere Röstaromen. Steaks bekommen eine schöne Kruste, und auch Bratkartoffeln oder scharf angebratenes Geschnetzeltes gelingen damit sehr gut.
- Vom Herd in den Ofen: Da die Pfanne komplett aus Edelstahl besteht, auch der Griff, schiebe ich sie regelmäßig zum Garziehen von Steaks oder zum Überbacken direkt in den Ofen. Das ist im Alltag wirklich praktisch.
- Unempfindliche Oberfläche: Man kann problemlos einen Pfannenwender aus Metall verwenden. Es gibt keine Beschichtung, die zerkratzen oder abplatzen kann. Bei normaler Pflege dürfte die Pfanne deshalb deutlich länger halten als viele beschichtete Modelle.
- Stabile Hitze: Die Pfanne speichert die Wärme gut. Das hilft beim Anbraten, bedeutet aber auch, dass man die Temperatur rechtzeitig reduzieren sollte. Sie kühlt nicht sofort ab, wenn man die Herdplatte niedriger stellt.
Für empfindliche Speisen wie Rührei, Pfannkuchen oder manche Fischgerichte nutze ich weiterhin lieber eine beschichtete Pfanne. Die Edelstahlpfanne sehe ich vor allem als Spezialistin fürs kräftige Anbraten.
Reinigung und Pflege
Der Hersteller gibt an, dass die Pfanne spülmaschinengeeignet ist. Ich reinige sie allerdings meistens per Hand, weil sie sich so meiner Erfahrung nach schneller und einfacher sauber machen lässt.
Wenn doch mal etwas hartnäckig eingebrannt ist, gieße ich etwas Wasser mit einem Spritzer Spülmittel hinein, lasse es kurz auf dem noch warmen Herd aufkochen und bürste die Rückstände anschließend ab. Bei stärkeren Verschmutzungen braucht man manchmal etwas Geduld und muss den Vorgang wiederholen.
Für hartnäckige Kalk- oder Regenbogenflecken wirken ein Schuss Zitronensäure oder etwas Essig meist sehr gut. Solche Flecken sehen zwar unschön aus, beeinträchtigen die Funktion der Pfanne aber nicht. Nach der Reinigung können leichte Verfärbungen oder matte Stellen trotzdem einmal zurückbleiben – bei Edelstahl ist das aus meiner Sicht normal.
Mein Fazit
Vorteile:
• Extrem langlebig & unempfindlich gegen Metall-Küchenhelfer
• Fantastische Kruste & Röstaromen bei Fleisch und Bratkartoffeln
• Vollständig ofenfest dank Edelstahlgriff
• Kein Abplatzen von Beschichtungen mehr möglich
Nachteile:
• Benötigt Eingewöhnung & richtige Temperaturkontrolle
• Höheres Gewicht als Aluguss- oder Plastikpfannen
• Ungeeignet für Rührei, Pfannkuchen oder sehr empfindlichen Fisch
Die WMF Profi Bratpfanne 28 cm ist kein Produkt für mal eben schnell ein Rührei. Dafür nutze ich weiterhin eine beschichtete Pfanne. Für alles, was kräftig angebraten werden soll und intensive Röstaromen braucht, gefällt sie mir dagegen sehr gut.
Man muss sich an die Physik des unbeschichteten Bratens gewöhnen. Die Temperatur, die richtige Fettmenge und etwas Geduld spielen eine größere Rolle als bei einer beschichteten Pfanne. Wenn man den Dreh einmal heraus hat, wird man meiner Erfahrung nach aber mit einer schönen Kruste und guten Bratergebnissen belohnt.
Für mich ist sie deshalb eine gute Wahl für alle, die gerne Fleisch, Bratkartoffeln oder Gemüse scharf anbraten und bereit sind, sich etwas mit der richtigen Technik zu beschäftigen. Wer hauptsächlich Eier, Pfannkuchen oder empfindlichen Fisch zubereitet, ist mit einer guten beschichteten Pfanne wahrscheinlich besser bedient.
Insgesamt würde ich die WMF Profi Bratpfanne wieder kaufen. Sie ist nicht die unkomplizierteste Pfanne, die ich besitze, aber eine der vielseitigsten und robustesten.
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